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Windkraftanlagen in Blieskastel

Fotomontage der Windkraftanlage Blieskastel-Webenheim

Im November 2010 hat die Firma GPE damit begonnen, erste öffentliche Informationsveranstaltungen zu einer geplanten Windkraftanlage in Webenheim zu veranstalten. Zahlreiche Besucher folgten der Einladung und meldeten nicht unbegründet Bedenken gegen die geplante Anlage an.

Im Vordergrund stand die Geräuschentwicklung, sowie der Einfluss der Anlagen auf das Landschaftsbild. Da die Anlage an einem Standort in der Nähe eines Neubaugebietes in Webenheim geplant ist, sehen die Besitzer der Grundstücke und insbesondere die Bauherren von Neubauten den Wert ihrer Immobilien erheblich gemindert. Einige äußerten, dass sie die Grundstücke nicht gekauft hätten, wenn Sie von einer geplanten Windkraftanlage gewusst hätten.

Unsere Fotomontage zeigt Webenheim aus Blickrichtung Mimbach, wie es aussehen könnte, wenn die Windkraftanlage gebaut ist.

Fotomontage der Windkraftanlage Blieskastel-Webenheim
Fotomontage der Windkraftanlage Blieskastel-Webenheim

Das Unternehmen behauptete damals, die Planung sei noch in einem frühen Stadium. Dennoch musste man davon ausgehen, dass diese mit hoher Wahrscheinlichkeit gebaut wird.

Der Abstand der Anlagen soll jeweils ca. 1 Kilomenter zu Webenheim und Bierbach betragen. Die Windräder selbst sollen eine Nabenhöhe von 100 Metern haben (das ist die Höhe des „Turms“) und einen Rotordurchmesser von 92 Metern. Damit ergibt sich eine Gesamthöhe von 146 Metern. Im Vergleich dazu ist der Kölner Dom nur wenige Meter höher. Man wird die Anlage also deutlich sehen können, oder anders ausgedrückt: Das Landschaftsbild wird erheblich verändert.

Unser Bild zeigt einen Größenvergleich zwischen der geplanten Anlage, dem Kölner Dom und der Blieskasteler Schlosskirche.

Größenvergleich Schloßkirche - Kölner Dom -WEA
Größenvergleich Schloßkirche – Kölner Dom -WEA

Mittlerweile hat die Stadt einen Flächennutzungsplan aufgestellt und darin die Vorranggebiete für Windenergieanlagen ausgewiesen. Der Stadtrat hat diese Planung gebilligt und im Februar 2014 entsprechend Beschluss gefasst. Nach dieser Planung könnten nur zwei der vier geplanten Anlagen gebaut werden. Bei einer Anzahl von zwei Anlagen ist jedoch der Bau nicht wirtschaftlich tragbar. Folglich hat die Firma natürlich ein hohes Interesse daran, dennoch vier Anlagen zu bauen. Bereits zu Anfang der Planungsphase hatte die Firma ggf. mit der gerichtlichen Durchsetzung ihrer Interessen gedroht.

Derzeit spielt ihr die saarländische Landesregierung ihr hierzu in die Hand: Die von Annegret Kramp-Karrenbauer geführte Landesspitze will die Anlagen nämlich entgegen der Planung der Stadt genehmigen, d.h. konkret will Kramp-Karrenbauer und ihr Kabinett erlauben, dass vier Anlagen gebaut werden können.

Die Stadt Blieskastel sollte sich daher mit allen zur Verfügung stehenden Rechtsmitteln dagegen wehren, denn letztlich ist der Beschluss des Stadtrates im Sinne der Bürgerinnen und Bürger getroffen worden und, auch nach Meinung eines befragten Gutachters, rechtsgültig.

Bleibt zu hoffen, dass sich die CDU Mehrheit im Stadtrat traut, gegen die CDU Landesregierung vorzugehen – im Anbetracht des bevorstehenden Kommunalwahlkampfes wird man eher erwarten können, dass das Thema ausgesessen wird, um das Abschneiden der CDU nicht zu gefährden.
Gutachten im Auftrag der Stadtwerke Bliestal

Die Stadtwerke Bliestal haben ein Gutachten in Auftrag gegeben, und sich damit ebenfalls dem Thema Windkraft gewidmet.
Hier ein Zitat aus der Webseite der Stadtwerke:
„Deshalb haben die Stadtwerke Bliestal ein erfahrenes Ingenieurbüro beauftragt, das Windpotential in Blieskastel und Gersheim zu untersuchen, um so eventuelle Standorte zu finden. (…) Wichtig sind auch die Beachtung der Auswirkungen auf Menschen, Tiere, Flora und Fauna. Weiter sind z. B. Einflugschneisen von Flugzeugen zu beachten.
Unter den genannten Restriktionen kommen nur Standorte im südlichen Teil von Blieskastel und Gersheim in Frage. Als besonders geeigneter Standort wurde die Anhöhe oberhalb Altheim bewertet.
Damit auch alle umweltpolitischen Gesichtspunkte berücksichtigt werden, fand eine Abstimmung mit dem Umweltministerium statt. Zurzeit werden im Umweltministerium zwei wichtige Projekte verfolgt. Der Landesentwicklungsplan Siedlung, der auch die Windvorranggebiete ausweist, soll bis spätestens 2014 überarbeitet werden.
Weiterhin wird für die Biosphärenregion Bliesgau ein Gesamtkonzept entwickelt. Dabei wird – unter dem Ansatz der nachhaltigen Entwicklung der Biosphärenregion – auch die Energieerzeugung eine wesentliche Rolle spielen. So wird dieses Konzept, das im Jahr 2012 fertig gestellt werden soll, auch auf die Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien eingehen. Darin kann Windkraft eine wichtige Alternative darstellen.“
Weiterhin ist zu lesen, dass „mit einer Entscheidung über den Bau von Windkraftanlagen nicht vor 2012 zu rechnen ist“ und dass in Altheim, wo auch die Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener lebt, nicht gegen die Entscheidung politischer Gremien eine Windkraftanlage entstehen würde.
Die Stadtwerke Bliestal stelle die Energiegewinnung aus Windenergie bis zur Kenntnis der energiepolitischen Ausrichtung in der Biosphäre zurück.

Update Juni 2014: In der Kommunalwahl Blieskastel hat die schwarz-grüne Koalition die Mehrheit im Stadtrat erlangt. Während die Grünen die Windräder durchsetzen möchten und die Bürgerinnen und Bürger, die Bedenken äußern, als „hysterisch“ bezeichnen, verzichtet die CDU auf eine eindeutige Stellungnahme. Da die Grünen aber die Bebauung einer Grünfläche vor der Geschwister-Scholl-Schule durch ein CDU-nahes Autohaus durchgewunken haben, ist zu erwarten, dass die CDU sich auch den Windrädern nicht sonderlich entgegenstellt – nach dem Motto „eine Hand wäscht die andere“.

Update September 2014: Derzeit sind seitens der Stadtwerke Bliestal keine Bemühungen erkennbar, eine Windenergieanlage zu bauen oder zu planen. Dagegen sind die privaten Unternehmen weiterhin aktiv und wollen den Bau der Anlage notfalls auch gerichtlich durchboxen.